Letzter Ast
27. Oktober 2008
Bäume wachsen auch in der Finanzkrise. Fonds locken Anleger deshalb jetzt in den Wald. Was bringen die Holz-Investments?
...
In guten wie in schlechten Zeiten gilt: Wald erhält das Vermögen und lässt es wachsen. Waldbesitzer holen ihre Erträge überwiegend aus dem biologischen Wachstum der Bäume. Mehr Holzvolumen bedeutet mehr Wert, Bäume wachsen auch in Finanzkrisen und Rezessionen. Nur etwa ein Drittel der Gesamtrendite in der Forstwirtschaft stammt aus dem mit der Konjunktur schwankenden Holzverkauf. Und sofern die Preise für Forstflächen icht heiß laufen wie zuletzt die Immobilienpreise in Dubai, steigt der Wert des Waldbodens mit der Inflation. Zusatzgewinne winken Forstunternehmen außerdem aus dem möglichen Verkauf von CO2-Emissionsrechten. Weil Bäume während ihres Wachstums mehr Kohlendioxid aufnehmen, als sie abgeben, können Forstunternehmen CO2-Emissionsrechte ausgeben.
...
Oh wie schön ist Panama. In dem mittelamerikanischen Land zwischen Pazifik und Karibik können sich Anleger über das Bonner Unternehmen ForestFinance bereits seit Mitte der Neunzigerjahre an ökologischen Edeholzaufforstungen beteiligen. Tue Gutes und verdiene daran – Kunden der ersten Stunde sind zufrieden. 2007 erhielten sie nach zehn Jahren die ersten Auszahlungen aus ihrem Investment. Diese übertrafen deutlich die Erwartungen: „Statt der prognostizierten 80 US-Dollar pro Kubikmeter nichtverarbeitetem Rundholz konnten wir auf dem Markt sogar 200 US-Dollar erzielen“, berichtet ForestFinance-Geschäftsführer Harry Assenmacher. ForestFinance verwaltet inzwischen mehr als 1200 Hektar Forstfläche für 4600 Kunden. Sie vertrauten Assenmacher bisher zwölf Millionen Euro an. Die Produktpalette der Bonner reicht vom Kleinsparerprodukt „BaumSparVertrag“ für monatlich 30 Euro, über das „WaldSparBuch“ mit einer Mindestanlage von 2600 Euro bis zum „WoodStockInvest“ für 25.000 Euro.
Baum- und Waldsparer pachten eine vorher definierte Fläche für 25 Jahre und beauftragen die ForestFinance-Tochter vor Ort per Forstdienstleistungsvertrag mit der Aufforstung, Pflege und Ernte der erzeugten Hölzer. Jährliche Renditen von mehr als acht Prozent stellt ihnen Assenmacher in Aussicht. Gar elf Prozent sollen für WoodStockInvest-Investoren drin sein. Sie pachten nicht, sondern erwerben gleich einen Hektar Land, das grundbuchlich eingetragen wird. Somit profitierten Anleger auch von weiteren Bodenpreissteigerungen in Panama. Bei seriösen Anbietern wie ForestFinance bietet der Ansatz, mit nachhaltiger Forstwirtschaft und wertvollen Baumarten eine Nischenstrategie zu verfolgen, also durchaus Chancen.
...
© Frank Doll


