ForestFinance startet deutsch-vietnamesisches Aufforstungsprojekt
- Bundeseigene Deutsche Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) berät und begleitet innovativ finanziertes Aufforstungsprojekt
- Beginn mit 1.500 Hektar – Ausbau auf 12.000 Hektar geplant
- ForestFinance übernimmt Aufforstungs- und Pflegekosten
- CO2-Zertifikate-Vermarktung unter ForestFinance Marke „CO2OL“
- Positives Beispiel für Klimagipfel in Kopenhagen
Bonn. Als erstes deutsches Forstunternehmen hat die ForestFinance Gruppe mit dem vietnamesischen Staat und staatseigenen Forstbetrieben ein Kooperationsabkommen zur Aufforstung von ökologischen Mischwäldern geschlossen. Dank der Beratung und Begleitung durch die bundeseigene GTZ (Deutsche Gesellschaft für technische Zusammenarbeit) startet damit nach zwei Jahren Vorbereitungen und Verhandlungen ein bisher einmaliges Projekt zur CO2-Bindung zwischen einem privaten deutschen Unternehmen und einem asiatischen Staat.

V. r. n. l.: Nguyen Ngoc Binh (vietnamesischer Forstminister; Direktor Forst im MARD – Minestry of Agricultural and Rural Development), Dr. Laszlo Pancel (bis Oktober 2009 Leiter des Deutsch-Vietnamesischen Forstprogramms der GTZ), Ho Thi Quy Phi (Management Board des staatlichen Forstbetriebes Kon Tum), Harry Assenmacher (Geschäftsführer ForestFinance) und die örtlichen Ranger bei der ersten Baumpflanzung in Kon Tum.
Entwaldete Flächen werden wiederaufgeforstet
Das Abkommen sieht zunächst die Wiederaufforstung von über 1.500 Hektar Waldfläche in der Provinz Kon Tum vor und soll in den nächsten Jahren auf 12.000 Hektar ausgedehnt werden. Die in der Mitte Vietnams gelegene Provinz war während des Vietnamkrieges heftigen Luftangriffen zur Entwaldung ausgesetzt. Das international vorbildliche Aufforstungsprojekt wird sowohl vom Land- und Forstministerium als auch durch das Büro des vietnamesischen Ministerpräsidenten gefördert.
ForestFinance Geschäftsführer Harry Assenmacher, der die Verhandlungen mit der Regionalregierung und dem MARD (Ministry of Agriculture and Rural Development) zum Abschluss führte: „Wir freuen uns sehr, dass der internationale Handel mit seriös erzeugten CO2-Zertifikaten solch ökologisch sinnvolle Projekte ermöglicht. Wir forsten sehr artenreichen, tropischen Mischwald auf und schaffen parallel dauerhafte Arbeitsplätze in einer ländlichen Region Vietnams.“
Als technischer Dienstleister für die operative Durchführung nach internationalen Forst-Managementvorgaben,CO2-Zertifizierungsstandards und Monitoring der ForestFinance Forstabteilung fungiert das örtliche staatliche Forstunternehmen SFE State Forestry Enterprise.
Wiederaufforstung und CO2-Zertifikatehandel als Win-Win-Situation
Die ForestFinance Gruppe pachtet den neu geschaffenen Mischwald nun für 50 Jahre und kann hieraus CO2-Zertifikate erzeugen und vermarkten. Im Gegenzug übernimmt das Unternehmen die Aufforstungskosten. Der vietnamesische Staat garantiert nach Rücknahme der Fläche ab dem 51. Jahr, dass der Wald dauerhaft als reine Naturschutzfläche und Kohlenstoffsenke nach internationalen Standards erhalten bleibt.
„Es ist ein großer Durchbruch, dass hier erstmalig durch eine Partnerschaft eines deutschen Forstunternehmens und Vietnam in ländlichen Gebieten wie Kon Tum eine nachhaltige Wiederaufforstung stattfindet”, so Dr. Laszlo Pancel, Leiter des Deutsch-Vietnamesischen Forstprogramms der GTZ bis September 2009, der maßgeblich am Zustandekommen der Kooperation beteiligt war. „Schließlich muss man bedenken, dass Vietnam erst 2007 in die WTO eingetreten ist und eine Zusammenarbeit mit ausländischen Firmen keineswegs einfach für vietnamesische Behörden ist – vor allem was sensible Bereiche wie Wald- und Landnutzung betrifft. Das besonders ökologische und nachhaltige Forstkonzept der ForestFinance war deshalb ein wichtiger Faktor beim Zustandekommen dieser Kooperation.”
Umfangreiche Projektbegleitung durch die GTZ
Harry Assenmacher sieht in dieser Vereinbarung ein sehr gutes Beispiel für die gelungene Projektbegleitung und Beratung der GTZ: „Nur weil das vom Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit finanzierte und von der GTZ durchgeführte Deutsch-Vietnamesische Forstprogramm in den letzten Jahren das notwendige Vertrauen und auch Know-how auf vietnamesischer Seite geschaffen hat, konnte es überhaupt zu dieser gleichermaßen ökologischen, sozialen und marktwirtschaftlichen Kooperation kommen.“
Laszlo Pancel bestätigt: „Wir von der GTZ haben uns immer solche Kooperationen gewünscht und dieses Projekt deswegen auch besonders gern begleitet und beraten, zumal hier ein biodiverser Wald aus heimischen Arten entsteht und eben keine Monokultur zur Holz-, Kautschuk- oder Celluloseproduktion.” Auch sein Nachfolger, der neue Leiter des Deutsch-Vietnamesischen Forstprogramms, Dr. Jürgen Hess, ist optimistisch: „Das ist ein gutes Beispiel für nachhaltige Forstwirtschaft in internationaler Kooperation, von dem wir hoffen, dass es sich in anderen Provinzen fortsetzt. Deswegen freuen wir uns, dass wir die mögliche weitere Ausdehnung der Zusammenarbeit mit ForestFinance und Vietnam weiter beratend begleiten.”

ForestFinance Geschäftsführer Harry Assenmacher pflanzt den ersten Baum
Aufforstung hat bereits begonnen
Die ersten Bäume wurden bereits gepflanzt und es laufen bereits Planungen sowie Flächenvorbereitungen für das Jahr 2010. Die Nachfrage ist groß – die ersten Optionen auf Zertifikate wurden bereits unter dem ForestFinance Markenprodukt „CO2OL“ geordert. Harry Assenmacher: „Wir streben an, die Forstflächen in Vietnam auf mehrere tausend, vielleicht sogar mehrere zehntausend Hektar auszudehnen. Auch für ökologisch und nachhaltig bewirtschaftete Investitionswälder, wie Energieforste, Forste zur Holzerzeugung oder zur Rückwandlung von Monokulturplantagen in Mischwälder.“

