Weil Bäume nicht laufen und reden können …
Von Alexander Watson
… müssen wir sie selbst besuchen, um sehen zu können, wie groß sie schon geworden sind. Für Waldbesitzer ist dies ein ganz besonderer Moment – der Moment, zum ersten Mal das eigene Grundstück zu betreten und die Bäume darauf mit eigenen Augen zu sehen. Wir begleiten unsere Kunden regelmäßig in solchen besonderen Momenten.
Vor drei Jahren hat Uwe Nebel bei ForestFinance in tropische Aufforstung investiert und möchte nun erstmals seine Bäume in El Pito in der Provinz Veraguas besuchen. Seine Liebe zu Panama hat er schon vor längerer Zeit entdeckt – seit gut einem Jahr baut er an einem eigenen Haus in Las Lajas, wo auch die ForestFinance S.A. Panama ihren Sitz hat.
Waldbesitzer Uwe Nebel (links) und Förster Alexander Watson (rechts).
Obwohl Panama relativ klein ist, muss Uwe Nebel früh aufstehen, um noch vor der Mittagshitze bei seinem Wald anzukommen. Ganze zwei Stunden braucht er mit dem Auto von Las Lajas bis zur Finca in El Pito. ForestFinance Förster Sebastian Gräfe und ich erwarten ihn dort bereits an der kleinen Abzweigung, die von der Hauptstraße zu den Forstflächen führt.Um den Wald zu erreichen, wechseln wir die Fahrzeuge zugunsten eines geländegängigen Pickups, auf dessen Ladefläche wir über die hügeligen Feldwege ruckeln. Das Ziel heißt „La Tonya“ – ein drei Jahre alter Forst.
Nun ist er da, der Moment. Gespannt springt Uwe Nebel von der Ladefläche und betritt zum ersten Mal seinen eigenen Wald. Zufrieden inspiziert er mit dem Fotoapparat ausgerüstet seine Flächen und staunt über einzelne Bäume, die bereits eine stattliche Höhe erreicht haben. „Ich hätte nicht gedacht, dass manche Bäume schon nach drei Jahren eine Höhe von bis zu zwölf Metern erreichen. Warum unterscheidet sich das Wachstum der Baumarten?“, erkundigt sich Nebel. Wir erklären ihm, dass es Baumarten gibt, deren Wachstum in den ersten Jahren am höchsten ist, wie zum Beispiel Teak. Andere Baumarten erreichen ihre höchsten Wuchsleistungen erst nach einigen Jahren und holen dann die „Frühstarter“ wieder ein. Amarillo ist z. B. eine Baumart, die nach fünf Jahren selbst das Höhenwachstum von Teak überflügelt.
Wenig später begegnen wir Waldarbeitern, die - mit Schutzkleidung ausgerüstet - weniger gut gewachsene Bäume entfernen. Damit sich die Bäume im heranwachsenden Wald nicht gegenseitig bedrängen und der einzelne Baum viel Raum zum Wachsen hat, fällen die Förster vor Ort eine bestimmte Anzahl davon. In einiger Entfernung und mit genügend Sicherheitsabstand sehen wir zu, denn selbst beim Fällen kleiner Bäume ist große Vorsicht geboten. Die Gefahr geht dabei weniger von den fallenden Bäumen aus als von der Motorsäge. Ohne Schutzkleidung und Sachverstand im Umgang mit dem Werkzeug kann es zu gefährlichen Verletzungen kommen. Darum tragen unsere Forstarbeiter Sicherheitsausrüstungen und nehmen regelmäßig an Schulungen teil. Die gefällten Bäumchen wirken nun als Dünger – noch sind sie zu klein, um sie kommerziell zu nutzen.
Ein paar hundert Meter weiter treffen wir auf ein weiteres Team von Waldarbeitern. Auf einer festgelegten Parzelle messen sie Höhe und Durchmesser jedes Baumes. Uwe Nebel sieht interessiert zu und lässt sich den Vorgang zeigen. Wir erklären ihm, dass wir aus den alle zwei Jahre stattfindenden Messungen die Zuwächse für den Forstbericht hochrechnen können. Über den ganzen Wald verteilt sind dazu permanente und sichtbar markierte Messparzellen angelegt.
Was vor drei Jahren noch eine Kuhweide war, ist jetzt ein junger Wald. Die Luft und die Erde im Waldinnern sind nun feuchter. Der Schatten, den das Blätterdach spendet, tut nicht nur den Waldbesuchern gut, sondern auch den Pflanzen und Tieren. Ein Wald schafft vielfältige Lebensräume, schützt vor Erosion der wertvollen Böden und sorgt dafür, dass kleine Quellen während der Trockenzeit nicht versiegen.
Es ist gleich elf Uhr morgens. Langsam wird es auch unter dem Blätterdach des noch jungen Waldes heiß und Uwe Nebel macht sich wieder auf den Heimweg. Zum Abschied gibt es noch ein Foto vom eigenen Wald. Mal sehen, wie hoch die Bäume beim nächsten Besuch sind …
Wir freuen uns, wenn wir auch Sie einmal in Ihrem Wald empfangen und begleiten dürfen!

Uwe Nebel vor seinem Wald.


